Ziele, Aufgaben und Entstehung der Qualitätsagentur

Gegenstand der neu gegründeten Qualitätsagentur ist die Untersuchung der pädagogischen Arbeit in (teil)stationären Hilfen zur Erziehung. Damit entsteht eine externe, nicht in das Belegungs- und Entgeltsystem involvierte Stelle, die unabhängig ist. Die Agentur vertritt keine außerfachlichen Eigeninteressen, sondern sieht sich dem Wohl von Familien mit (teil)stationär untergebrachten Kindern und Jugendlichen und der guten Arbeit in den Einrichtungen verpflichtet. Übergeordnetes Ziel ist, dass Kinder und Jugendliche in öffentlicher Erziehung bestmöglich unterstützt werden. Das geschieht vor allem durch eine subjektzentrierte, verstehende Haltung, Einrichtungen als sichere und lohnenswerte Orte, geeignete Verfahren und günstige Gestaltung von Schlüsselprozessen, entwicklungsfördernde Aufgabenstellungen sowie haltgebende, stützende, individuell möglichst passende Arbeitsbeziehungen zwischen Adressat_innen und Fachkräften. Ganz überwiegend werden Wunsch und Wille der Einrichtung nach Verbesserung der eigenen Arbeit Ausgangspunkt und Triebkraft der Visitations- und Qualitätsentwicklungsprozesse sein.


Die Qualitätsagentur entstand im Zusammenhang der „Unabhängigen Kommission zur Untersuchung der Einrichtungen der Haasenburg GmbH“ im Land Brandenburg auf Initiative des Vorsitzenden Dr. Martin Hoffmann und des Kommissionsmitglieds Prof. Dr. Karlheinz Thimm. Dabei wurden auch Ideen aufgegriffen, die im Land Brandenburg und insbesondere im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport schon vor Jahren in Verbindung mit der Umsetzung des § 78a ff. (SGB VIII) geäußert worden waren. Im Jahr 2014 wurde der Grundansatz der Qualitätsagentur entwickelt und in Fachzusammenhängen diskutiert. 2015 konnte die Finanzierung für eine zweijährige Modellphase entwickelt werden. Nach einer dreimonatigen Vorbereitungsphase können ab 1.2.2016 Visitationen durchgeführt werden.

Es können sowohl größere Gesamtuntersuchungen der Alltagsarbeit als auch die Untersuchung besonderer Vorkommnisse, auf Grund von externen oder internen Problemanzeigen, beauftragt werden. Je nach Auftragskonstellation wird die Visitation eher prüfend oder eher beratend angelegt sein. Gegenstand ist vor allem ein Abgleich zwischen Konzept sowie pädagogischen Intentionen und Vor-Ort-Praxis. Dabei werden, das unterscheidet die Qualitätsagentur von anderen Formen der Aufsicht und Beratung, der pädagogische Alltag und die Methode der teilnehmenden Beobachtung besonders zentral gesetzt. Unser Ansatz liegt darin, gemeinsam mit den Einrichtungen Stärken, aber auch Entwicklungspotentiale in der Verknüpfung von Blicken von innen und der Außenperspektive zu erkunden, zu analysieren, zu beschreiben. Dies wird durch maximal fünftägige, vorab besprochene, vor- und nachbereitete Visitationen durch zwei Teammitglieder der Qualitätsagentur geschehen. Damit ergänzt die neue Stelle gängige Qualitätsmanagement-Systeme, indem pädagogische Verfahren und Interaktion zwischen Menschen und nicht formelle Regularien erkundet werden.

 

 

Sie erreichen die Qualitätsagentur über das Kontaktformular oder unter

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